FAQ Gesundheit

Welche Gesundheitsprobleme können beim Deutschen Schäferhunden auftreten? 
Die häufigsten Gesundheitsprobleme sind:

 

Hüftdysplasie (HD)

Hierbei handelt es sich um eine erblich bedingte Anlage, die durch das Zusammenspiel mehrerer Gene bedingt ist. Allerdings spielen in erheblichem Maße Umweltfaktoren wie falsche Aufzucht, zu hohes Gewicht, nicht altersentsprechende Belastung eine Rolle der Entstehung der Dysplasie. Diese Fehlbildung kann bei hochgradiger Ausprägung zu Schmerzen und Hinken führen. Leichtere Dysplasiegradebleiben oft ohne Symptomatik. Die letzten Daten großer Studien zeigen einen deutlichen Rückgang der HD-Befunde durch die strenge Zuchtselektion Deutscher Schäferhunde in unserem Verein. Der  Prozentsatz der dysplastischen Hunde (HD "C", "D","E") lag in den letzten 10 Jahren immer unter 8 %. Die Anzahl der Hunde mit mittlerer (D) und schwerer (E) HD lag im Bereich von 2%.  In den letzten drei Jahren haben sich die Ergebnisse noch leicht verbessert. Erfreulicherweise hat zusätzlich eine Verschiebung von HD "B" (fast normal") zu HD "A" (normal) stattgefunden. 

Etliche andere Rassen sind statistisch deutlich häufiger betroffen. 

 

Ellenbogendysplasie (ED)

Erblich mitbedingte Anlage die  zu einer Entwicklungsstörung des Ellbogengelenkes führt und vor allem schnellwachsende, große Hunderassen betrifftDie Ursachen sind ähnlich wie bei der HD, Symptomatik ggf. Lahmheit des Vorderlaufes.

Bei der ED hat sich die Anzahl der ED 0 / ED normal Fälle langsam gesteigert, so dass sie z. Zt. bei etwa 85% liegt. Die Anzahl der dysplastischen Fälle hat sich von etwa 10% 2015 auf etwa 6 % 2025 verringert. Bei der ED liegt die die Zahl der Fälle mit mittlerer und schwerer ED derzeit bei etwa 5,5%.

 

Im Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V. darf nur mit Tieren gezüchtet werden, bei denen radiologisch eine HD oder ED ausgeschlossen wurde.

Lendenübergangswirbel (LÜW)

Bisher besteht lediglich die Vermutung auf eine genetische Präsisposition. Ein Übergangswirbel kann im späteren Verlauf zu Belastungen der Bandscheiben und Wirbelgelenke führen und damit Rückenschmerzen und neurologische Probleme auslösen. Viele Hunde mit LÜW bleiben allerdings symptomfrei.

 

In der Regel wird der LÜW beim HD/ ED- Röntgen mit beurteilt.

 

Degenerative Myelopathie (DM)

Eine fortschreitende Erkrankung des Rückenmarks, die zu Koordinationsstörungen und Lähmungen der Hinterbeine führt. Die DM ist eine Erkrankung, die insgesamt eher selten auftritt. Die korrekte Diagnose lässt sich nur durch Untersuchung des Rückenmarks nach dem Tod des betroffenen Tieres stellen. So werden nicht selten andere, das Nervensystem betroffene Erkrankungen fälschlicherweise als DM dargestellt. Oft werden genetische Untersuchungen (sog. DM- Test) hinzugezogen. Hierbei bleibt anzumerken, dass selbst ein positiver Gentest (DM/DM) nicht zwingend bedeutet, dass der Hund erkrankt. 

 

Magendrehung

Wie alle großrahmigen Hunde mit tiefem Brustkorb kann es auch bei Schäferhunden zu einer Magendrehung kommen. Die Magendrehung ist eine lebensbedrohliche Situation. Vorbeugend wird empfohlen, nach dem Fressen Ruhezeiten einzuhalten und wenn möglich die Futtermenge auf zweizeitige Fütterung zu verteilen.

 

Schäferhundkeratitis

Eine chronische Entzündung der Hornhaut, die durch eine Fehlfunktion des Immunsystems ausgelöst wird und bis zur Erblindung führen kann. Kommt insgesamt eher selten vor. Früh erkannt ist diese Erkrankung gut therapierbar.

Hautprobleme & Allergien

Wie auch beim Menschen haben in den letzten Jahrzehnten Allergien bei allen Rasse- und Mischlingshunden deutlich zugenommen. Häufig spielt hier eine zu „saubere“ Umgebung in der Haltung/ Aufzucht eine Rolle. Das Immunsystem bekommt zu wenig Reize und reagiert dann fehlgerichtet. Ebenfalls eine Rolle spielen die Haut- und Darmflora, die durch frühe Antibiotikagabe empfindlich gestört werden kann.

 

IBD und ähnliche entzündliche Darmerkrankungen

Durch genetische Besonderheiten mit beeinflusste Entzündung der Darmschleimhaut, verursacht chronische Durchfälle und schlechte Nährstoffaufnahme, exakte Prozentzahlen sind sehr unterschiedlich, liegen aber im einstelligen Bereich.

 

Exokrine Pankreasinsuffiziens (EPI)

Die Erkrankung tritt bei ca 1% der DSH auf. Die Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig Verdauungsenzyme, was zu Gewichtsverlust und Durchfällen führt. Durch Zugabe von Pankreasenzymen in Pulver- oder Tablettenform gut behandelbar.