Kampf gegen Hüftgelenksdysplasie (HD) und andere Erbkrankheiten

Deutsche Schäferhunde sind eine gesunde Rasse. Dennoch hat die Problematik „Erbkrankheiten“ die Zucht erreicht. Hüftgelenksdysplasie (HD), die Züchter aller Großhundrassen fürchten, ist eine Entwicklungsstörung in der Ausbildung der Hüftgelenkpfanne, die sich erst im Verlauf des Wachstums ausprägt. Dies gilt auch für die seit einigen Jahren beobachtete Ellenbogendysplasie, die eine anormale Entwicklung in einem bestimmten Bereich des Ellenbogengelenks verursacht.

HD

Erbliche Veranlagung spielt eine große Rolle. HD-Beschwerden belasten die Vierbeiner erheblich. Viele Hunde haben beispielsweise Schwierigkeiten beim Aufstehen. Kennzeichnend sind außerdem ein schwankender Gang, Probleme beim Treppensteigen oder Springen. Sicher ist: Erbliche Veranlagung spielt eine maßgebliche Rolle für das Entstehen dieser Krankheit. Von Bedeutung sind aber auch Einflüsse durch Fütterung und Haltung. Medikamentöse Behandlungen mit Schmerzmitteln oder Kortison haben oft schwerwiegende Nebenwirkungen. Wirkliche Hilfe verspricht nur eine Operation.

ED

Ellenbogendysplasie ist vermutlich ebenfalls genetisch bedingt. Die Folge: Während des Wachstums verbindet sich ein kleiner Knochenteil nicht mit dem restlichen Knochen. Das Resultat ist ein instabiles Ellenbogengelenk und damit verbundene Schmerzen bis hin zur Lahmheit. Auch hier hilft nur eine Operation.  

Initiativen zur Bekämpfung

Der SV hat als erster Rassehundzuchtverein bereits im Jahr 1966 Initiativen zur planmäßigen Bekämpfung der HD und seit 2002 auch der ED ergriffen und für die Zuchtzulassung eine Röntgenkontrolle vorgeschaltet. So wurde ein Verfahren entwickelt, bei dem Züchter, Tierärzte und das Zuchtbuchamt des SV zusammenarbeiten. Zunächst werden dabei die Röntgenaufnahmen von Hunden ausgewertet, die zum Zeitpunkt der Untersuchung mindestens zwölf Monate alt waren. In der zentralen Begutachtungsstelle des SV überprüfen danach Experten die entstandenen Röntgenbilder. Je nach den Ergebnissen in den einzelnen Punkten wird ein abschließender HD- und ED-Befund ermittelt. Das Zuchtbuchamt trägt ihn in die Ahnentafeln ein. Hunde, bei denen mittlere oder schwere HD oder ED diagnostiziert wurde, dürfen zur Zucht nicht mehr eingesetzt werden.